Gedanken: Bloggerelations

Gedanken: Bloggerelations

Bild via Angela „Es ist unfair, den anderen gegenüber wenn wir dir nun eine Gage zahlen…“ Wie oft habe ich diesen Satz schon gehört, in Gesprächen mit PR-Agenturen oder Marken. Am liebsten würde ich antworten, dass es vielleicht eher unfair ist allen gegenüber niemandem etwas zahlen zu wollen und zu erwarten, dass man einen Tag für das Event frei nimmt und Artikel darüber verfasst. Ich lasse es. Geht es überhaupt um ‚fair‘? Geht es nicht viel mehr um eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe? Blogger sind teilweise verrufen, als die „Goodiebag-Geier“, sehr merkwürdig zumal mit diesem System nur noch die Blogger kommen die sich gerne in Klamotten bezahlen lassen. Und das soll nicht undankbar klingen, jeder liebt Geschenke und freut sich über kleine Aufmerksamkeiten. Dennoch darf man nicht vergessen, warum ein Blogger solche kleinen oder auch gar nicht so kleinen Goodies erhält. Oder warum man zu netten Events eingeladen wird. Selten geht es darum, dass eine PR-Agentur jemanden eine persönliche Freude bereiten will, vielmehr geht es um den erhofften Werbeeffekt durch den Blogger. 
Ob mein Blog nun gefällt oder nicht ist die eine Sache, Fakt ist: Ich stecke unheimlich viel Arbeit in die Artikel, die Socialmedia-Kanäle und alles was dazu gehört. Es wurde so oft schon geschrieben aber immer noch nicht oft genug: Bloggen ist unheimlich viel Arbeit (Wenn man ehrlich ist 24/7) und wir wollen das sie wertgeschätzt und angemessen entlohnt wird. Immer mehr Firmen merken wie wichtig die Zusammenarbeit mit Bloggern ist und wollen diese gerne zu ihren Gunsten nutzen. Da viele „von der alten Schule“ sind die im PR und Marketing arbeiten, wissen sie aber oft nicht wie sie mit Bloggern arbeiten können und wollen am liebsten auch nichts dafür bezahlen.
Leider gibt es auch viele, vor allem junge Blogger die noch Zuhause wohnen und in die Schule gehen. Was bedeutet, dass sie keine Kosten wie Miete, Essen und CO zu tragen haben und sich natürlich mega über ein paar Ringe oder neue Nikes freuen. Langfristig gesehen wird das aber auf sie zurück fallen.
Ich bin zwar immer noch der Meinung das sich Qualität durchsetzen wird und Blogger die seriös und verlässlich arbeiten sich auch weiter etablieren können. Firmen wollen Partner auf Augenhöhe und so sollten die Blogger sich auch verhalten und behandelt werden. Dennoch ist es manchmal wirklich zum Haare raufen.
Bei Zusammenarbeiten soll man am besten ständig erreichbar sein, wird via Handy und E-Mail kontaktiert (oder soll ich sagen bombadiert), praktisch Vollzeit, also muss auch eine angemessene Vergütung gezahlt werden.
Man soll sich irgendwo einen ganzen Tag aufhalten, Fotos machen, Fotos nachbearbeiten, einen Artikel schreiben und dazu noch auf Facebook/Twitter/Instagram berichten. Gerne, aber es muss angemessen Vergütet werden.
Mein Vermieter passt nicht in meine Jeans, er will also in Geld bezahlt werden. Mein Internetanbieter will Beauty-Produkte nicht akzeptieren und Netz brauche ich nun wirklich zum bloggen. Auch mein Kameraobjektiv musste ich mit Geld bezahlen. Die Liste ginge unendlich weiter, ich gehe auch davon aus, dass die PR-Frau am anderen Hörer nicht ehrenamtlich ihren Job verrichtet.
Ein Blogger bietet Authentizität, unmittelbare Berichterstattung, trifft ein breites und wichtiges Publikum, übernimmt Fotos/ Editing/ Text und steht im persönlichen Kontakt. Alles Wissen oder gefährliches Halbwissen ist selbst erarbeiten und das über Jahre hinweg.
An die neu-Blogger: Holt euch für ca 20€ einen Gewerbeschein, Rechnung schreiben ist unheimlich einfach.
Printmedien haben es im aktuellen Zeitgeschehen immer schwerer und eine neue Nische wird für die Blogger geschaffen. Wenn es sich aber etabliert, dass Blogger für gratis T-Shirts arbeiten, dann erarbeitet man sich eine eigene Arbeitslosigkeit, denn dann wird es schwer wenn Ihr ausziehen wollt und in der Modebranche Fuß fassen.
Es ist natürlich nicht ausgeschlossen für etwas oder über etwas einfach so zu schreiben. Ein super start-up welches einfach kein Budget hat oder andere spannende Projekte. Klar das wird und soll es auch immer mal geben. Aber das große Ganze ist wichtig. Faire und genaue Kommunikation und eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe.
Einen tollen Artikel dazu gibt es auch bei Angela„Blogger als Kostenlose Werbefläche“
Und Vickyhat einen kleinen Guide erstellt für die DO’s und DONT’S bei Bloggerelations

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